Sieben Positionen zu institutionellen Publikationsinfrastrukturen und Universitätsverlagen

Die Association of European University Presses (AEUP) veröffentlichte im März 2018 erstmals Positionen zur Bedeutung europäischer Universitätsverlage. Die Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage und ihre Mitglieder unterstützen die genannten Positionen nachdrücklich und stimmen ihnen zu. Die Arbeitsgemeinschaft legt hiermit eine modifizierte Fassung der von AEUP formulierten Positionen in deutscher Sprache vor.

Nichtkommerzielle Publikationsinfrastrukturen wissenschaftlicher Institutionen Europas spielen eine wichtige Rolle in der Wissenschaftskommunikation. Europäische Universitätsverlage sind Teil dieser Infrastrukturen. Die folgenden sieben Positionen unterstreichen ihre Bedeutung und positionieren sie als wichtige Akteure und Partner von Politik und Forschung.

  1. Europäische Universitätsverlage leisten einen wichtigen Beitrag, um Europa in seiner Vielfalt auch in der Wissenschaftskommunikation sichtbar zu machen. Das weite Spektrum der Sprachen, Kulturen und Forschungsdisziplinen bereichert die Bandbreite wissenschaftlicher wie auch gesellschaftlicher Diskurse.
  2. Europäische Universitätsverlage bringen mit ihren Dienstleistungen den Institutionen, an denen sie angesiedelt sind, ebenso wie ihren AutorInnen, HerausgeberInnen und LeserInnen greifbare Vorteile.
  3. Europäische Universitätsverlage richten Begutachtungsprozesse und Veröffentlichungsrichtlinien an internationalen Standards und den Anforderungen der jeweiligen Fachdisziplinen aus. Sie tragen damit zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis bei.
  4. Die Geschäftsmodelle und Arbeitsprozesse von europäischen Universitätsverlagen spiegeln die Bedürfnisse ihrer wissenschaftlichen AutorInnen und Institutionen wider.  Wissenschaftsfreundliche Finanzierungsmodelle und unterstützende Infrastrukturen sowie entsprechende Governance-Strukturen ermöglichen es Universitätsverlagen, qualitätsgesicherte Open-Access-Monografien, Zeitschriften und andere Publikationsformen sowie Materialien in unterschiedlichen Formaten zu veröffentlichen und technisch neue Formen der Erschließung und Nutzung anzubieten.
  5. Der Zugang zu den Ergebnissen wissenschaftlicher Kommunikation muss so frei und umfassend wie möglich sein, damit Wissenschaft und Gesellschaft in vollem Umfang davon profitieren können. Open Access und Open Science sind wichtige Strategien, um dieses Ziel zu erreichen. Europäische Universitätsverlage unterstützen diese Strategien und tragen damit zu weltweiten Wissensnetzwerken bei.
  6. Europäische Universitätsverlage eint das Ziel, die Ergebnisse wissenschaftlicher Kommunikation in ihrer Reichhaltigkeit sichtbar zu machen. Um die Gesellschaft bei ihren gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu unterstützen, sollen insbesondere die Potenziale der Geistes- und Sozialwissenschaften erschlossen werden, damit auch deren  Forschungsergebnisse der Gesellschaft uneingeschränkt zur Verfügung stehen.
  7. Vereinigungen von Universitätsverlagen sind wichtige Partner in der Ausgestaltung von Rahmenbedingungen für die genannten Ziele, deren Auswirkungen in Europa und darüber hinaus spürbar sein werden.

Modifizierte Fassung (deutsche Fassung), Stand: Juni 2018. Eine PDF-Version des Positionspapiers finden Sie hier.
Originalfassung (englische Fassung): http://www.aeup.eu/aeup/resources/seven-statements-on-european-university-presses/, Stand: März 2018.

 


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