Mitgliedschaftskriterien der AG Universitätsverlage (Stand: Mai 2020)

Mitgliedschaftskriterien in Deutsch als PDF | Membership criteria in English as PDF

Die dynamische Entwicklung des wissenschaftlichen Kommunikationssystems bringt wissenschaftseigene Verlage, Publikationsservices, Plattformen und andere Infrastrukturen hervor, die verlegerische Dienstleistungen anbieten.

Die diese Services betreibenden Einrichtungen sind eingeladen, Mitglieder der AG Universitätsverlage zu werden, sofern sie den untenstehenden Kriterien entsprechen. (Im weiteren ist der Einfachheit halber von “Verlag” die Rede.)

  1. Bekenntnis zu Open Access und Open Science
    (a) Autor*innen und Herausgeber*innen wird sichtbar die Möglichkeit angeboten, Open Access im Sinne der Berliner Erklärung zu publizieren.
    (b) Die jeweilige Open-Access-Version der Veröffentlichungen ist über die Seite des Verlags zugänglich. Dies ist unabhängig davon, ob die Publikationsplattform in der Verantwortung des Verlags selbst liegt oder durch eine andere Einrichtung betrieben wird.
    (c) Die langfristige Verfügbarkeit solcher Open-Access-Versionen und ihrer Metadaten ist durch eine anerkannte Plattform zur Sicherung der Langzeitverfügbarkeit und/oder eine wissenschaftliche/öffentliche Einrichtung gesichert.
    (d) Der Verlag ist offen gegenüber neuen oder experimentellen Formen des Publizierens, die Open Science unterstützen (Verknüpfung mit Forschungsdaten, enhanced publications, Annotationen, Maschinenlesbarkeit etc.).
  1. Wissenschaftsfreundliche Rechtepolitik
    Eine wissenschaftsfreundliche Rechtepolitik ermöglicht es, dass Forschungsergebnisse möglichst breit rezipiert und nachgenutzt werden können. Das bedeutet, dass wissenschaftliche Urheber*innen die Kontrolle über ihre eigenen Publikationen behalten und den Verwertern nur die Rechte einräumen, die diese für ihre Dienstleistung benötigen.
    (a) Der Verlag bietet klare Informationen zu den urheberrechtlichen Aspekten seiner Services.
    (b) Der Verlag lässt sich von den Urheber*innen für die zentralen Verbreitungsformate einfache, also keine ausschließlichen Nutzungsrechte einräumen.
    (c) Der Verlag lässt sich von den Urheber*innen nur die Nutzungsrechte einräumen, die er auch ausüben wird (z.B. Online-Veröffentlichung, Verbreitung von Printexemplaren, ggf. Übersetzungen).
    (d) Um der Allgemeinheit größtmögliche Nutzungsrechte einzuräumen, werden die Open-Access-Publikationen unter anerkannten Lizenzen zur freien Nachnutzung veröffentlicht. Empfohlen wird die Creative-Commons-Lizenz CC BY.
  1. Professionelles Agieren als Verlag
    (a) Das Serviceangebot ist auf einer Webpräsenz des Verlags beschrieben.
    (b) Die erschienenen Publikationen werden in allen verfügbaren Versionen als erkennbare Sammlung präsentiert.
    (c) Der Verlag praktiziert verlegerisch etablierte, professionelle Abläufe der Aufbereitung, Bereitstellung und Langzeitverfügbarkeit der wissenschaftlichen Inhalte.
  1. Verlegerisches Programm
    (a) Das verlegerische Programm besteht vorwiegend aus qualitätsgeprüften wissenschaftlichen Primärpublikationen.
    (b) Zweitveröffentlichte oder nicht begutachtete (z. B. Working Paper, Berichte) Publikationen sowie PR-Material für die übergeordnete Einrichtung stellen geringere Anteile des Verlagsprogramms dar.
  1. Zielgruppe des Service
    (a) Das Angebot wendet sich an wissenschaftliche Autor*innen und Herausgeber*innen.
    (b) Der Service steht Angehörigen der eigenen Einrichtung und / oder Autor*innen und Herausgeber*innen der im Verlagsprogramm vertretenen Schwerpunkte offen.
  1. Qualitätssicherung nach wissenschaftlichen Standards
    (a) Der Verlag ergreift disziplinspezifisch anerkannte Maßnahmen zur Gewährleistung hoher wissenschaftlicher Qualität der veröffentlichten Inhalte (verlagseigene und/oder externe Begutachtung; fachwissenschaftliche Qualitätssicherung).
    (b) Der Verlag unterstützt durch seine Prozesse die gute wissenschaftliche Praxis.
    (c) Der Verlag ergreift Maßnahmen zur Sicherung der formalen und technischen Qualität (Herstellung, Layout, Referenzierbarkeit, Dateiformate, Metadaten etc.).
    (d) Der Verlag gewährleistet nachweisbar die Qualität der verlegerischen Prozesse (z. B. Prozessbeschreibung auf der Webseite).
  1. Organisation
    (a) Es besteht eine Anbindung an eine benennbare Forschungseinrichtung oder wissenschaftliche Einrichtung.
    (b) Die Anerkennung des Verlags oder des Publikationsservices durch die Institution ist sichtbar (z. B. Nennung auf der Institutions‐Webseite).
  1. Geschäftsmodell
    (a) Der Betrieb des Verlags ist nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet.
    (b) Die Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Autor*innen und Herausgeber*innen gestaltet sich partnerschaftlich.
    (c) Die Open-Access-Publikationsmöglichkeit ist zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells und nicht nur als kostenpflichtiger Zusatzservice zur Drucklegung konzipiert.
  1. Kollegiale Zusammenarbeit
    (a) Der Verlag verpflichtet sich zur transparenten und kollegialen Zusammenarbeit in der AG.
    (b) Dazu gehört insbesondere die regelmäßige Teilnahme an der AG‐seitigen Kommunikation (Forum, Mailingliste etc.), die Mitarbeit in Unterarbeitsgruppen und ggf. finanzielle Unterstützung der AG-Arbeit.
    (c) Die gemeinsamen Webpräsenzen (z. B. AG-Katalog, Webseite) werden unterstützt.
    (d) Gemeinsame Messeauftritte werden durch die Mitarbeit an Planung, Vorbereitung, Ausgestaltung und Standbetreuung unterstützt.

 

Mitgliedschaftskriterien 2013 bis 2020


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