Fischer, Michael: KSP Portrait – 10 Fragen an Michael Fischer

Michael Fischer hat am KIT studiert und wurde 2014 an der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften promoviert. Heute ist er im wissenschaftlichen Bibliothekswesen tätig. Im Wissenschaftsverlag des KIT ist soeben seine Publikation Horst Mahler. Biographische Studie zu Antisemitismus, Antiamerikanismus und Versuche deutscher Schuldabwehr (EUKLID : Europäische Kultur und Ideengeschichte. Studien ; 9) erschienen. In KSP Portrait erfahren Sie Näheres über Autor und Werk.

Weitere biographische Informationen und Kontaktdaten finden Sie am Ende dieses Beitrags.

1. Soeben ist ihre Veröffentlichung „Horst Mahler. Biographische Studie zu Antisemitismus, Antiamerikanismus und Versuche deutscher Schuldabwehr“ erschienen: Wie würden sie den Inhalt in drei, vier Sätzen zusammenfassen?
Die Biographie eines der maßgeblichen Protagonisten der 68er-Bewegung und politischen Rechtsanwalts, RAF-Gründers und späteren rechtsradikalen Holocaustleugners beinhaltet alle politischen Extreme des 20. Jahrhunderts – verkürzt gesagt: von ganz links nach ganz rechts. Dabei ist sie jedoch eine spezifisch deutsche Biographie, da Horst Mahlers gesamtes politisches Leben auf das engste durch die (schuldabwehrende) Auseinandersetzung mit der Shoa geprägt ist.

2. Was war Ihre Motivation diese Buch zu schreiben, wie kamen Sie zu diesem Thema?
Mich hat interessiert: Was waren die Ursachen für Mahlers ideologische Wandlungen? Und: Hat es in dieser von Brüchen durchzogenen Biographie auch Kontinuitäten gegeben?

3.  Wie lange hat es gedauert von der Idee bis zum fertigen Manuskript?
Ziemlich exakt vom Januar 2010 bis zum Juli 2014.

4. Stichwort „Manuskript“: Schreiben Sie an einem PC, Notebook, Tablet oder mit dem Stift?
Ganz „klassisch“: Manuskript am Notebook, Korrekturen mit Stift am Papier.

5. Gibt es bestimmte Werkzeuge, Services oder Techniken, die Sie beim Schreiben als besonders hilfreich empfinden?
Eine gut ausgestattete Bibliothek mit ruhigen Arbeitszonen, hilfsbereitem Personal und möglichst langen Öffnungszeiten. Und für die Pausen: Anregende Gespräche mit netten Kollegen.

6. Was bereitet Ihnen beim Schreiben die größte Freude und was nervt sie dabei am meisten?
Freude: Gedanken auf Papier festzuhalten und Neues zu schaffen. Nervt: selbstgeschaffene Ablenkungen.

7. Wie entspannen Sie während des Schreibprozesses? Was tun Sie um abzuschalten, um sich zu erholen?
Gespräche mit netten Kollegen – kann allerdings mit den Ablenkungen korrelieren.

8. Wenn Sie es sich wünschen dürften: Welchen Bestseller der Wissenschafts- oder Literaturgeschichte hätten Sie gerne selbst geschrieben?
Truman Capote: Die Grasharfe. – Eric Hobsbawm: Age of extremes.

9. Wenn Sie drei andere, aktuelle Veröffentlichungen zu ihrem Fachgebiet empfehlen dürften, welche drei wären das?
Ulrich Herbert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014
Götz Aly: Volk ohne Mitte, Frankfurt a. M. 2015
Dan Diner: Rituelle Distanz, München 2015

10. Sie haben Ihr Buch in „KIT Scientific Publishing“, dem Wissenschaftsverlag des KIT, veröffentlicht. Warum haben Sie sich für diesen Verlag entschieden?
Wegen des sehr guten Services.

 

Michael FischerÜber Michael Fischer (1 Artikel)

Michael Fischer, geboren und aufgewachsen im Großraum München, 2004 bis 2009 Studium der Neueren und Neuesten Geschichte / Multimedia am KIT. 2010 bis 2012 Stipendiat der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg, 2014 Promotion zum Dr. phil. in Karlsruhe. Heute im Bibliothekswesen tätig.


https://blog.bibliothek.kit.edu/ksp
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