Wirges, Johannes: KSP Portrait – 10 Fragen an Johannes Wirges

Johannes Wirges war Mitarbeiter am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und wurde 2016 an der Fakultät für Bauingenieur-, Geo- und Umweltwissenschaften promoviert. Im Wissenschaftsverlag des KIT ist soeben seine Publikation Planning the Charging Infrastructure for Electric Vehicles in Cities and Regions erschienen. Im KSP Portrait erfahren Sie Näheres über Autor und Werk.

Weitere biographische Informationen und Kontaktdaten finden Sie am Ende dieses Beitrags.

1. Soeben ist Ihre Veröffentlichung „Planning the Charging Infrastructure for Electric Vehicles in Cities and Regions“ erschienen: Wie würden Sie den Inhalt in drei, vier Sätzen zusammenfassen?
Das Buch zeigt eine ganzheitliche Sicht auf die Planung der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, die technische, wirtschaftliche, politische, verhaltensmäßige und ökologische Aspekte beinhaltet.

2. Was war Ihre Motivation dieses Buch zu schreiben, wie kamen Sie zu diesem Thema?
Während mehrerer Forschungsprojekte auf dem Gebiet Ladeinfrastrukturplanung und Elektromobilität habe ich festgestellt, dass es hier sehr schwierig ist eine klare Systemgrenze zu ziehen zwischen dem was Inhalt der Forschung ist und äußeren Rahmenbedingungen. Über die Jahre hat sich bei mir die Anzahl der berücksichtigten Aspekte stetig erhöht. Die Doktorarbeit ist der Versuch meine dadurch erworbene ganzheitliche Sicht zu vermitteln. Das Schreiben hat mich dazu gebracht viele Wissenslücken aufzufüllen und Vermutungen fundiert zu Belegen. Mein Anspruch war es, eine Art Handbuch zu schreiben, das praktisch genug für Anwender und wissenschaftlich genug für Forscher ist.

3. Wie lange hat es gedauert von der Idee bis zum fertigen Manuskript?
Von der ersten Gliederung bis zur finalen Fassung waren es etwa 5 Jahre.

4. Stichwort „Manuskript“: Schreiben Sie an einem PC, Notebook, Tablet oder mit dem Stift?
Notizen und Mindmaps notiere ich üblicherweise auf Papier. Den Text schreibe ich am Notebook.

5. Gibt es bestimmte Werkzeuge, Services oder Techniken, die Sie beim Schreiben als besonders hilfreich empfinden?
Ich habe die Arbeit in LaTex erstellt und dabei ein Vielzahl von Open Source und Freeware Tools verwendet (Texmaker, JabRef, Foxit reader, Inkscape, Gimp). Das war teilweise ziemlich umständlich. Deshalb gehe ich davon aus, dass sich integrierte Arbeitsumgebungen wie beispielsweise das kommerzielle Citavi in Zukunft durchsetzen werden.

6. Was bereitet Ihnen beim Schreiben die größte Freude und was nervt Sie dabei am meisten?
Am meisten Freude bereitet es mir Diagramme zu erstellen, sowie das Rückgrat eines Textes, also Gliederungen und Abfolgen von Gedanken/Themen in Stichwortform, zu notieren. Besonders nervig finde ich wenn ich mehr Zeit mit Textformatierungen, Einfügen von Referenzen und Bildern u.ä. verbringe als mit inhaltlicher Arbeit.

7. Wie entspannen Sie während des Schreibprozesses? Was tun Sie um abzuschalten, um sich zu erholen?
Viel Wasser trinken, (möglichst gesunde) Snacks essen, immer mal wieder aufstehen und bewegen.

8. Wenn Sie es sich wünschen dürften: Welchen Bestseller der Wissenschafts- oder Literaturgeschichte hätten Sie gerne selbst geschrieben?
Bei den meisten epochemachenden Werken, die mir dazu einfallen, wäre ich schon froh wenn ich sie selbst gelesen hätte.

9. Wenn Sie drei andere, aktuelle Veröffentlichungen zu Ihrem Fachgebiet empfehlen dürften, welche drei wären das?
Herrmann Blümel et. al. (2014): Öffentliche Ladeinfrastruktur für Städte, Kommunen und Versorger – Kompendium für den interoperablen und bedarfsgerechten Aufbau von Infrastruktur für Elektrofahrzeuge. – Katharina Boesche et. al. (2013): Berliner Handbuch zur Elektromobilität. – Louis Negre et. al. (2011): Livre Vert sur les infrastructures de recharge ouvertes au public pour les véhicules „décarbonés“.

10. Sie haben Ihr Buch im „KIT Scientific Publishing“, dem Wissenschaftsverlag des KIT, veröffentlicht. Warum haben Sie sich für diesen Verlag entschieden?
Das parallele Veröffentlichen open access in digitaler Form und gedruckt als Print on Demand scheint mir sinnvoll. Um gelesen und zitiert zu werden sollte das Buch seine Leserschaft innerhalb der nächsten 1-2 Jahre erreichen. Das scheint mir nur möglich, wenn es im Internet auffindbar und frei downloadbar ist. Daneben war es mir persönlich wichtig auch eine gedruckte Fassung anzufertigen. Die Arbeit mehrerer Jahre endlich als schön gestaltetes Buch in den Händen zu halten hat mich sehr stolz und glücklich gemacht.

Johannes WirgesÜber Johannes Wirges (1 Artikel)

Bis 2009 Studium der Diplom Informatik am KIT. - 2009 bis 2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Europäischen Institut für Energieforschung (EIFER) am KIT. - 2016 Promotion am Institut für Verkehrswesen am KIT


https://blog.bibliothek.kit.edu/ksp
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Veröffentlicht unter Autoren, Bauingenieurwesen, Geo- und Umweltwissenschaften, KSP Portraits, Themen
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2 comments on “Wirges, Johannes: KSP Portrait – 10 Fragen an Johannes Wirges
  1. Rupert Kogler sagt:

    Sehr geehrter Hr. Wirges,

    ich arbeite bei Webasto im Charging Team und bin ueber die Feiertage in der Arbeit auf Ihr Werk gestoßen. Bitte koennen Sie mir eine Version ( pdf) zusenden.

    Danke herzlichst

    Gruss

    R. Kogler
    089 85794 1600

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