Klare, Heiko: KSP Porträt – 10 Fragen an Heiko Klare

Heiko Klare wurde 2021 an der KIT-Fakultät für Informatik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) promoviert. Im Wissenschaftsverlag des KIT ist soeben seine Publikation Building Transformation Networks for Consistent Evolution of Interrelated Models (The Karlsruhe Series on Software Design and Quality ; 34) erschienen.

Im KSP Porträt erfahren Sie Näheres über Autor und Werk. Weitere biographische Informationen und Kontaktdaten finden Sie am Ende dieses Beitrags.

1. Soeben ist Ihre Veröffentlichung Building Transformation Networks for Consistent Evolution of Interrelated Models  erschienen. Wie würden Sie den Inhalt in drei, vier Sätzen zusammenfassen?
Bei der Entwicklung komplexer Softwaresysteme betrachten und beschreiben verschiedene Experten unterschiedliche Teilaspekte des Systems, wie dessen Anforderungen, Architektur oder Implementierung. Um ein funktionsfähiges System zu entwickeln, müssen diese Artefakte widerspruchsfrei, also konsistent bleiben. Einzelne Personen sind üblicherweise nur Experten für bestimmte Arten solcher Artefakte und können die Abhängigkeiten und teil-automatisierte Verfahren für deren Konsistenzerhaltung spezifizieren. Diese Dissertation untersucht, wie sich mehrere solcher einzelnen Spezifikationen kombinieren lassen, um damit alle Artefakte in einem Entwicklungsprozess konsistent zu halten.

2. Was war Ihre Motivation (dieses Buch zu schreiben), wie kamen Sie zu diesem Thema?
Die Motivation für das Schreiben der Dissertation kam durch meine Masterarbeit und meinen damaligen Betreuer. Das Themenfeld und die Problemstellungen darin haben mich begeistert und gleichzeitig war mein Betreuer eine große Inspiration für mich.

3. Wie lange hat es gedauert von der Idee bis zum fertigen Manuskript?
Die ersten Ideen für die Dissertation entstanden fünf Jahre vor der Veröffentlichung, während ich meine Masterarbeit geschrieben habe. Von dem Zeitpunkt, an dem alle Ideen und Beiträge vorhanden waren, bis zur Fertigstellung des Manuskripts und der Einreichung der Dissertation vergingen etwa 8 Monate.

4. Stichwort “Manuskript”: Schreiben Sie an einem PC, Notebook, Tablet oder mit dem Stift?
Ich schreibe an einem Laptop, aber normalerweise mit externen Monitoren, Tastatur und Maus. Grafikentwürfe erstelle ich auf einem Tablet.

5. Gibt es bestimmte Werkzeuge, Services oder Techniken, die Sie beim Schreiben als besonders hilfreich empfinden?
LaTeX in Kombination mit Visual Studio Code und Overleaf zum Schreiben, TikZ für das Erstellen einheitlich aussehender Vektorgrafiken und OneNote für die Verwaltung von Notizen aus Gesprächen. Außerdem entwerfe ich Grafiken zunächst als Handzeichnung auf einem Tablet mit Digitizer. Dadurch kann ich die Grafik während des Schreibens leicht anpassen und schnell eine neue Version in das Manuskript übernehmen. Am Ende des Schreibprozesses (oder zwischendurch zum Prokrastinieren) entwickele ich daraus dann eine Vektorgrafik mit ordentlichem Layout.

6. Was bereitet Ihnen beim Schreiben die größte Freude und was nervt Sie dabei am meisten?
Allgemein bereitet es mir die größte Freude komplexe Zusammenhänge präzise und kompakt zu formulieren. Bei der Dissertation war es vor allem die Fertigstellung der Überblickskapitel, durch die ich den roten Faden durch meine einzelnen Beiträge gelegt habe. Am meisten nervt mich der Beginn eines Schreibprozesses, denn auch wenn das Schreiben selbst irgendwann Spaß macht, kostet der Anfang doch jedes Mal Überwindung.

7. Wie entspannen Sie während des Schreibprozesses? Was tun Sie um abzuschalten, um sich zu erholen?
Kurzfristig durch Kaffeepausen, am besten mit Kolleginnen und Kollegen, und Prokrastination, z.B. durch das Zeichnen von Grafiken. Mittelfristig lesen, spazieren/wandern, Fahrrad fahren.

8. Wenn Sie es sich wünschen dürften: Welchen Bestseller der Wissenschafts- oder Literaturgeschichte hätten Sie gerne selbst geschrieben?
Es ist vermutlich kein Bestseller, aber “Head First Design Patterns” hätte ich gerne geschrieben. Das Buch enthält zwar keine neuen und herausragenden Inhalte und Erkenntnisse, vermittelt aber eine absolute Grundlage der Softwaretechnik, Entwurfsmuster, auf eine sehr anschauliche Art und Weise. Die Art ingenieurmäßige Prinzipien so zu erklären, dass man nicht nur das Prinzip, sondern vor allem den Grund für dessen Anwendung nachhaltig versteht, finde ich beeindruckend.

9. Wenn Sie drei andere, aktuelle Veröffentlichungen zu ihrem Fachgebiet empfehlen dürften, welche drei wären das?
Es gibt zu viele empfehlenswerte Veröffentlichungen, um nur drei davon zu nennen.

10. Sie haben Ihr Buch in “KIT Scientific Publishing”, dem Wissenschaftsverlag des KIT, veröffentlicht. Warum haben Sie sich für diesen Verlag entschieden?
Für den Verlag entschieden haben ich mich, weil unsere Forschungsgruppe alle Dissertationen in einer Buchreihe dort publiziert. Ich würde mich aber auch unabhängig davon wieder dafür entscheiden, weil der Publikationsprozess sehr gut funktioniert hat und vor allem durch die tolle und angenehme Kommunikation Spaß gemacht hat.

Über Heiko Klare (1 Artikel)

Heiko Klare absolvierte sein Bachelor- und Masterstudium am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit Schwerpunkten in Softwaretechnik, Parallelverarbeitung und Algorithmik. Ab 2016 arbeitete er am Lehrstuhl für Software-Entwurf und -Qualität an der Extraktion impliziter Software-Modelle, an Modelltransformationssprachen und an der Kopplung von Modelltransformationen zur Konsistenzerhaltung mehrerer Artefakte. Über Letzteres promovierte er 2021 mit Auszeichnung. Seine Ergebnisse flossen in den Vitruvius-Ansatzes zur konsistenten, sichtenbasierten Systementwicklung ein.


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